Home - Der Südhorizont in diesem Monat


Was sehen wir Mitte Juni am Sternenhimmel?

auf dieser Seite:

das Sternbild Schlange

das Sternbild Schlangenträger

das Sternbild Herkules

das Sternbild Schütze

das Sternbild Skorpion


Über dem Südhorizont haben die Jahreszeiten endgültig gewechselt.

In großer Höhe stehen, noch etwas östlich, die Leier mit dem Hauptstern Vega, Der Schwan mit Deneb und der Adler mit Atair. Vega, Deneb und Atair gehören zum "Sommerdreieck", welches, wie das "Frühlingsdreieck", ein Orientierungsmerkmal des jahreszeitlichen Himmel über uns ist.


Im Sternbild der Schlange,

das das einzige Sternbild an unserem Himmel ist, welches aus zwei Teilen besteht, sei auf drei Objekte hingewiesen:

den Doppelstern d Serpentis  (im "Kopf" des Tieres), der in zwei fast gleich helle gelbliche Sterne aufgelöst werden kann - und auf den Kugelsternhaufen M5, der bereits in mittleren Teleskopen an den Rändern in Einzelsterne auflösbar ist.

Er wurde 1705 von Gottfried Kirch entdeckt. 

M5 liegt wieder im "Kopf" des Sternbildes und zeigt sich uns in einem Anblick, der den Sternenreichtum dieser Sonnenansammlung, die rund 27 000 Lichtjahre von uns entfernt ist, nur erahnen lässt. 


Quelle: Hubble Teleskop

Als dritte Sehenswürdigkeit möchte ich Ihnen M16 empfehlen, auch wenn es das weitaus schwierigste Objekt ist. M 16 wird auch als Adlernebel bezeichnet und stellt eine 8000 Lichtjahre entfernte Ansammlung von Gas und Staub dar. Die Wolke gilt als Gebiet, in dem neue Sterne "geboren" werden.

Bei ihrer Betrachtung sollten Sie immer kleinere Vergrößerungen in einem großen Instrument verwenden. Bei etwa 115 mm Objektivdurchmesser erblicken Sie einen schwach leuchtenden und diffusen Fleck. Erst ab 200 mm Instrumenten zeigt sich M 16 als Nebel von sehr feiner Struktur, in dessen Innern bis zu 20 Sterne gesehen werden können. 


Im Sternbild Schlangenträger

finden sich M9, M10 und M12

Der Kugelsternhaufen M9 liegt nur 7000 Lichtjahren vom Zentrum unserer Galaxis entfernt. Der Abstand zu uns beträgt jedoch fast das 4fache -  26 000 Lichtjahre. In Wirklichkeit leuchtet M 9 so hell wie 60 000 unserer Sonnen ! Schon im Fernglas erkennt man eine runde Form, die bis in die Randgebiete gleichmäßig hell erscheint. In größeren Teleskopen (ab 200 mm Objektivdurchmesser) kann man im Randgebiet einzelne Sterne auflösen. M10, ebenfalls ein Kugelsternhaufen, befindet sich fast in der Mitte des Sternbildes und ist rund 19 000 Lichtjahre von uns entfernt. 

Nur 2000 Lichtjahre von ihm gelegen findet sich M12, ein Kugelsternhaufen, der auf Grund seiner geringen Dichte schon in kleineren Teleskopen in Einzelsterne aufgelöst werden kann.

Aufsuchkarten für Objekte im Sternbild Schlange und Schlangenträger



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Das Sternbild Schütze

gehört zu den Tierkreisbildern, da es sich entlang der Ekliptik erstreckt. Allerdings liegt das Bild an der beinahe tiefsten Stelle der scheinbaren Sonnenbahn und klettert aus diesem Grund in unseren Breiten nur wenige Grad über den Horizont und ist für uns nicht vollständig zu sehen. Auch der Hauptstern, Rukbat, liegt zu tief in diesem Sternbild und kann nur an der südlichen Halbkugel beobachtet werden. Schauen unsere Augen auf den Schützen, so blicken sie zum einen auf den breitesten und hellsten Teil unserer Milchstraße, aber auch in Richtung des Zentrums unserer Galaxis, das sich in diesem Sternbild (von der Erde aus optisch) befindet. Dunkelwolken verhindern jedoch eine direkte visuelle Beobachtung dieses Gebietes.

In der Mythologie gilt diese Figur als Erfinder von Pfeil und Bogen und wird oft mit Pferdefüßen und Schweif dargestellt. Zudem sagte man ihm nach, ein großer Bewunderer der Musen zu sein, deren Gesang er bewunderte und genoss. Aus Dankbarkeit gegenüber dem Zuhören versetzen jene Wesen ihn an den Himmel.

die Milchstraße ein absolutes Muss !    
       
M8 planetarischer Nebel (Lagunennebel) 5200 Lichtjahre entfernt, Ort von Sternengeburten
       
M22 Kugelsternhaufen 9800 Lichtjahre entfernt, enthält 100e von Sternen
       
M23 offener Sternhaufen 2150 Lichtjahr entfernt
       
M25 offener Sternhaufen 1800 Lichtjahre entfernt, Durchmesser: 20 Lichtjahre
       
M8 Zweiteilung und eingebettet Sterne werden sichtbar
       
M20 planetarischer Nebel (Trifidnebel)    
       
M17 planetarsicher Nebel (Omeganebel) 5700 Lichtjahre entfernt, im Aussehen einem Kometen ähnlich
       
M54 Kugelsternhaufen 50 000 Lichtjahr entfernt

Kommen wir noch auf

das Sternbild Skorpion,

das in unseren Breiten, ebenso wie der Schütze, extrem horizontnah steht und deshalb schwierig zu beobachten ist.

   

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Hauptstern dieser Formation ist Antares, was übersetzt "Gegenmars" bedeutet, da er dem Planeten am Himmel sehr ähnlich sieht. Aber auch wenn Antares in seiner rötlichen Färbung, die durch das atmosphärische Flimmern nahe des Horizontes noch verstärkt wird, dem Mars ähnelt, so strahlt er doch ungleich unruhiger als sein Planetenvertreter aus unserem Sonnensystem. 

Antares gehört zu den Überreisen und ist sogar etwas heißer als Beteigeuze im Orion. Etwa 7000 unserer Sonne würden gemeinsam die Leuchtkraft dieses rund 330 Lichtjahre entfernten Sterns erreichen. Da er sich nahe der Bahn des Mondes an unserem Himmel befindet, kommt es oft zu schönen Treffen mit dem Erdtrabanten. Der Skorpion ist reich an Veränderlichen und beherbergt eine ganze Reihe von Sternhaufen. Das Aufsuchen dieser Objekte setzt allerdings einige Erfahrung mit astronomischer Beobachtung und einen sehr günstigen Beobachtungsplatz voraus. 

   
M4 Kugelsternhaufen 6000 Lichtjahre entfernt
  der erdnächste Kugelsternhaufen
     
M6 offener Sternhaufen  2000 Lichtjahre entfernt
  Ausdehnung der beträgt rund 9 Lichtjahre (Schmetterlingshaufen)
     
M7 offener Sternhaufen 800 Lichtjahre entfernt
  enthält etwa 60 Sterne zwischen der 6. und 10. Helligkeitsklasse
     
M62 Kugelsternhaufen 26 000 Lichtjahre entfernt
  liegt 7 Grad südlich von Antares
     
M80 Kugelsternhaufen 36 000 Lichtjahre entfernt
  Durchmesser liegt bei 50 Lichtjahren

auf dieser 2. Seite in diesem Monate geht es weiter:

das Sternbild Leier

das Sternbild Schwan

das Sternbild Adler

 

Beobachtungsmöglichkeiten und Positionskarten finden sie unter:  

Objekte des Sternenhimmels für die Fernglasbeobachtung und Liste von Doppelsternen

aktuelle Sternkarten für den gesamten Himmel 


© Richard Nachtigall 2002-2016

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Berlin, im September 2002